Fast wie im Fußball: U18 verspielt 3:1 – und nimmt trotzdem einen Punkt mit
Letztes Auswärtsspiel der Saison, traumhafte Kulisse in Rottach-Egern und eine Ausgangslage, die nach den Einzeln eigentlich nur eine Richtung kannte: Sieg für unsere U18. Tja… eigentlich.
David bleibt derzeit das, was Tennis-Experten einen „Matchtiebreak-Magneten“ nennen. Wieder musste der Entscheidungssatz her, wieder behielt er die Nerven – diesmal mit einem hauchdünnen 11:9. Wer Spannung sucht, sollte künftig einfach seine Matches anschauen.
Katharina machte es deutlich entspannter und ließ ihrem Gegner in zwei souveränen Sätzen kaum Luft zum Atmen. Auch Konstantin zeigte eine bärenstarke Vorstellung und machte mit einem klaren Zweisatzsieg kurzen Prozess.
Lediglich Leo erwischte an Position zwei einen Gegner, der an diesem Tag einfach eine Nummer zu groß war. Trotz großem Kampf musste er sich mit 4:6 und 1:6 geschlagen geben.
Mit einer 3:1-Führung ging es also in die Doppel. Die Koffer für den Auswärtssieg waren gedanklich schon fast gepackt. Doch dann entschieden sich beide Mannschaften, ihre Doppel ganz klassisch „von oben nach unten“ aufzustellen – und dieser Schachzug ging diesmal an die Gastgeber. Beide Doppel gingen jeweils in zwei Sätzen an Rottach-Egern, sodass aus dem fast sicheren Auswärtssieg am Ende ein gerechtes 3:3 wurde.
Ein bisschen fühlt sich das an, als würde man beim Eisstand schon die Lieblingssorte bestellen und dann feststellen, dass das Portemonnaie noch im Auto liegt. Ärgerlich, aber immerhin geht niemand ganz leer aus.
Am kommenden Wochenende steht dann das große Saisonfinale an. Im Heimspiel gegen Irschenberg will unsere U18 noch einmal alles auf den Platz bringen und sich mit einem Erfolgserlebnis in die Sommerpause verabschieden.
Unbesiegt! Unsere U12 schreibt ihr ganz eigenes Tennis-Märchen
Was für eine Premierensaison! Erst vor dieser Spielzeit neu gemeldet – und jetzt das: Unsere U12 beendet ihre erste Medenrunde tatsächlich ungeschlagen. Drei Siege, drei Unentschieden und kein einziges verlorenes Mannschaftsspiel. Wenn das mal kein Einstand nach Maß ist!
Zum Saisonabschluss ging es noch einmal auswärts nach Icking. Und auch dort hatte unsere junge Mannschaft offenbar keine Lust, ihre weiße Weste kurz vor dem Ziel noch schmutzig werden zu lassen.
Nach den Einzeln war allerdings noch Hochspannung angesagt. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, sodass beim Stand von 2:2 wirklich alles möglich war. Mit ihren Einzelsiegen hielten Emil und Vincent die Tölzer im Rennen – die Entscheidung musste also in den Doppeln fallen.
Und genau dort zeigte unsere U12, warum sie die gesamte Saison über so schwer zu schlagen war.
Als es darauf ankam, spielten die Tölzer groß auf. Beide Doppel Emil/Paul & Benni/Vincent wurden mit viel Einsatz, Teamgeist und starken Nerven gewonnen. Aus dem offenen 2:2 wurde so ein verdienter 4:2-Auswärtssieg – und der perfekte Schlusspunkt unter eine beeindruckende Saison.
Das Schönste daran: Diese Mannschaft hat nicht nur tolle Ergebnisse eingefahren, sondern sich von Spiel zu Spiel sichtbar weiterentwickelt. Teamgeist, Einsatz und jede Menge Spaß am Tennis waren Woche für Woche zu sehen – und genau das macht Lust auf mehr.
Ob am Ende Platz zwei oder Platz drei herausspringt, entscheidet sich erst durch die letzten Ergebnisse der Konkurrenz. Sicher ist aber schon jetzt: Für eine neu gemeldete Mannschaft war diese Saison ein voller Erfolg. Ungeschlagen durch die Medenrunde – darauf dürfen alle Spielerinnen, Spieler und das Trainerteam mächtig stolz sein!
Vom Abgrund zur Bayernliga? Herren 55 drehen das verrückteste Spitzenspiel der Saison
Wer lediglich das Endergebnis liest, könnte meinen, unsere Herren 55 hätten den Verfolger vom MTV 1879 München mal eben locker mit 6:1 vom Platz gefegt. Genau diese Menschen waren allerdings nicht vor Ort, bei uns an der Allgaustraße.
Denn ungefähr eine Stunde nach Spielbeginn sprach eigentlich… nun ja… so ziemlich alles gegen Bad Tölz.
Auf Position eins wurde Jürgen von einem wie entfesselt aufspielenden Gegner über den Platz gejagt und lag bereits mit 3:6 zurück. Martin hatte den ersten Satz nach hartem Kampf im Tiebreak verloren. Carlo und Andi blickten jeweils auf ein ernüchterndes 2:6. Lediglich Christian hatte sich mit einem knappen 6:4 den ersten Satz gesichert und wirkte dabei ungefähr so gestresst wie jemand, der im Biergarten den letzten freien Tisch ergattert hat.
Ratlos wanderten die Blicke Richtung Himmel. Was konnte jetzt noch helfen? Eine Gewitterfront? Live-Coaching von Mannschaftskamerad Markus direkt vom All England Club? Oder musste der Tennis-Gott persönlich eingreifen?
Und offenbar hatte dieser tatsächlich kurz Zeit.
Denn plötzlich passierte auf Platz sechs etwas völlig Unerwartetes. Andi gewann. Nicht etwa, weil sein Gegner plötzlich das Tennisspielen verlernt hätte, sondern weil dieser aufgrund körperlicher Beschwerden aufgeben musste. Bitter für den Gegner – und gleichzeitig der Startschuss für eine der spektakulärsten Wenden der Saison.
Auf einmal schien sich die komplette Mannschaft daran zu erinnern, dass sie Tabellenführer ist.
Jürgen drehte sein Basecap demonstrativ nach hinten, spielte plötzlich jeden Ball gefühlt fünf Zentimeter auf die Linie und peitschte sich, seine Vorhand und alle Zuschauer gleich mit über den Center Court. Aus dem 3:6 wurde ein 6:4, ehe er den Matchtiebreak mit 10:8 für sich entschied. Hollywood hätte das Drehbuch vermutlich als unrealistisch abgelehnt.
Martin erinnerte sich derweil an seine Pflichten als Mannschaftskapitän. Nach dem verlorenen ersten Satz steuerte er mit einem souveränen 6:1 zurück in die Partie und legte im Matchtiebreak noch ein „fast souveränes“ 11:9 nach. Nervenstärke? Glück? Erfahrung? Können? Man weiß es nicht.
Christian hatte derweil seine Arbeit bereits erledigt. Nach seinem zweiten Satzgewinn konnte er das Spektakel entspannt von der Seitenlinie verfolgen – selbstverständlich mit einem isotonischen, alkoholfreien Gerstensaft in der Hand. Man muss schließlich hydriert bleiben.
Nur Carlo wollte an diesem Tag mit seinem Ruf als Matchtiebreak-Maschine nichts zu tun haben. Bis weit über den Weißwurst-Äquator ist er eigentlich für dramatische Entscheidungen bekannt. Diesmal verweigerte er den obligatorischen Matchtiebreak allerdings komplett und unterlag glatt mit 2:6, 2:6. Auch Maschinen brauchen offenbar hin und wieder eine Wartung.
Mit der überraschenden 4:1-Führung war die Partie bereits entschieden. Der MTV München verzichtete anschließend auf beide Doppel, sodass aus einem zwischenzeitlich fast aussichtslosen Nachmittag plötzlich ein beeindruckender 6:1-Erfolg wurde.
Die Ausgangslage könnte damit kaum besser sein: Unsere Herren 55 haben den Aufstieg in die Bayernliga nun komplett in der eigenen Hand. In den letzten beiden Spielen reicht bereits EINER von 14 möglichen Punkten.
Und weil das Leben bekanntlich die besten Geschichten schreibt, steigt das nächste Kapitel bereits am kommenden Samstag. Um 13 Uhr kommt es auf unserer Anlage zum großen Aufstiegsendspiel gegen den TC Topspin. Spannung, Dramatik und mindestens ein Matchtiebreak sind praktisch garantiert.
Herren 50: Kämpfen, hoffen, weitermachen
Während nebenan die Herren 55 vom Aufstieg träumen durften, war die Gefühlslage bei unseren Herren 50 eine völlig andere. Auch im vierten Saisonspiel blieb das erhoffte Erfolgserlebnis aus. Stark ersatzgeschwächt musste sich das Team dem STC München mit 3:6 geschlagen geben – und das Ergebnis geht letztlich in Ordnung, auch wenn sich die Tölzer einmal mehr mit allem gewehrt haben, was sie hatten.
In den Einzeln sorgten Michi und Andi für die Highlights des Tages. Beide bekamen es auf den Positionen eins und vier mit deutlich stärker eingestuften Gegnern zu tun – und beide bewiesen einmal mehr, dass Leistungsklassen zwar auf dem Papier stehen, Tennis aber auf dem Platz entschieden wird. Mit großem Kampfgeist, starken Nerven und jeder Menge Leidenschaft gewannen beide ihre Matchtiebreaks und hielten die Tölzer Hoffnungen am Leben.
Stefan, Magnus, Lars und Dirk zeigten ebenfalls eine engagierte Leistung. Sie kämpften um jeden Ball, hatten immer wieder gute Phasen und machten ihren Gegnern das Leben schwer. Doch an diesem Tag fehlte jeweils das letzte Quäntchen, um einen Satz auf die Habenseite zu bringen.
Für die Doppel musste anschließend improvisiert werden. Eine neue Nummer eins war gefragt – und wer könnte diese Rolle besser übernehmen als Vereinsmarkenbotschafter, Früh-Pensionär und Profi-Griffbandwickler Gerdi? Kurzerhand schnürte er gemeinsam mit Michi die Schuhe für das Einser Doppel.
Das neu formierte Duo lieferte sich zunächst einen packenden Schlagabtausch. Der erste Satz ging denkbar knapp mit 6:7 verloren. Danach schwanden jedoch langsam die Kräfte, sodass die Münchner den zweiten Satz mit 6:3 für sich entschieden.
Noch einmal richtig aufdrehen konnten dagegen Stefan und Andi im Zweierdoppel. Nach einem verschlafenen Start und einem 2:6 im ersten Satz schalteten sie plötzlich mehrere Gänge hoch. Mit 6:3 erzwangen sie den Matchtiebreak und dominierten diesen anschließend eindrucksvoll mit 10:3 – ein Sieg, der noch einmal zeigte, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt.
Auch Magnus und Lars hielten im Dreierdoppel zunächst gut dagegen und gestalteten den ersten Satz offen. Am Ende mussten sie jedoch die Überlegenheit ihrer Gegner anerkennen und unterlagen mit 4:6 und 1:6.
So bleibt unter dem Strich eine weitere Niederlage – und die Erkenntnis, dass der Klassenerhalt nun aus eigener Kraft hart erarbeitet werden muss. In den beiden verbleibenden Saisonspielen werden aller Voraussicht nach zwei Siege nötig sein. Zwar könnte in der nur sieben Mannschaften starken Liga auch Platz sechs zum Ligaverbleib reichen, doch auf Rechenspiele oder die Gunst des BTV möchte sich in Bad Tölz niemand verlassen.
Jetzt zählt nur noch der Blick nach vorne. Kommende Woche wartet das Derby gegen Geretsried – und damit die vielleicht letzte Chance, das Ruder noch herumzureißen. Wer diese Mannschaft kennt, weiß: Aufgeben war noch nie Teil ihres Spielplans.
Damen I sichern sich das entspannte Mittelfeld – und schicken Wacker mit leeren Händen nach Hause
Man muss nicht immer Meister werden, um eine richtig starke Saison zu spielen. Unsere Damen I haben sich mit einem überzeugenden 6:3-Heimsieg gegen Wacker München II vorzeitig einen Platz im gesicherten Mittelfeld gesichert. Und das Beste daran: Nach den Einzeln war die Messe schon gelesen. Fünf Punkte standen bereits auf dem Konto – da durfte man die Doppel fast schon als gemütlichen Sonntagsausflug betrachten.
Auf Position eins hatte Mannschaftsführerin Inge diesmal einen seltenen Luxus: Sie konnte ihrem Nachwuchs beim Punkten zuschauen. Selbst kämpfte sie zwar tapfer, musste sich nach einem wilden Drei-Satz-Krimi mit 6:3, 2:6 und 3:10 geschlagen geben. Böse Zungen behaupten allerdings, sie habe ihre Energie bewusst gespart – schließlich musste sie danach noch den Spielbericht kontrollieren und die Mannschaft zusammenhalten.
Denn Tochter Theresa sorgte dafür, dass im Hause Neumair trotzdem gejubelt wurde. Nach einem nervenaufreibenden Tiebreak im ersten Satz spielte sie sich förmlich frei und ließ beim 7:6, 6:1 keinen Zweifel mehr daran, wer heute das Familienkonto ausgleicht. Familienintern steht es damit wieder unentschieden – zumindest bis zum Abendessen.
Larissa und ihre Gegnerin lieferten sich anschließend ein Match der besonderen Sorte. Beide kämpften nicht nur gegeneinander, sondern zeitweise auch mit sich selbst, der Netzhöhe und diesem einen Aufschlag, der grundsätzlich genau dann verschwindet, wenn man ihn dringend braucht. Nach reichlich Achterbahnfahrt behielt Larissa im Matchtiebreak mit 10:7 die besseren Nerven. Irgendwann war der Ball dann doch häufiger im Feld als im Zaun – und das reichte völlig.
Wer hingegen überhaupt keine Lust auf Nervenkitzel hatte, war Ivana. Zunächst versorgte sie die komplette Anlage mit Vitaminwasser, bevor sie selbst zeigte, was ein proteinreiches Frühstück so alles bewirken kann. Mit klugem Winkelspiel, butterweichen Volleys und Stopps, bei denen die Gegnerin vermutlich heute noch nach dem Ball sucht, marschierte sie zu einem souveränen 6:1, 6:3.
Jurgita hatte sich offenbar vorgenommen, den Zuschauern etwas fürs Eintrittsgeld zu bieten. Nach einer schnellen 5:1-Führung im ersten Satz hätte sie die Sache eigentlich zügig beenden können. Aber bei Sonnenschein und besten Bedingungen darf man den Sonntag ja auch ein wenig verlängern. Also wurde es kurzerhand noch ein 7:5, bevor sie im zweiten Satz beim 6:1 wieder den Turbo einschaltete. Spannung ja – aber bitte kontrolliert.
Den entscheidenden fünften Einzelpunkt steuerte Andrea bei. Mit überlegtem Tennis, viel Geduld und der Gelassenheit einer Schachspielerin schob sie ihre Gegnerin ein ums andere Mal über den Platz und machte mit einem ungefährdeten 6:3, 6:2 den Mannschaftssieg perfekt. Kein Spektakel, kein Drama – einfach souveräne Arbeit. Manchmal ist genau das die größte Kunst.
In den Doppeln wurde anschließend noch einmal munter durchgewechselt. Den letzten Tölzer Punkt holten schließlich die bereits in den Einzeln erfolgreichen Ivana und Jurgita, die auch gemeinsam nichts anbrennen ließen und den 6:3-Endstand perfekt machten.
Und weil die Spielplangestalter offenbar Sinn für Dramatik haben, wartet zum Saisonabschluss – genau wie bei den Damen II – noch einmal der Tabellenführer. Vielleicht geht da ja noch eine kleine Überraschung. Verdient hätten sich unsere Damen den perfekten Saisonabschluss allemal.
Damen II schicken ein dickes Ausrufezeichen Richtung Tabellenführer
Was für ein Auftritt unserer Damen II! Mit einem makellosen 6:0-Heimsieg gegen den TC Geretsried sicherten sich die Tölzerinnen Platz drei – und vor allem: Sie halten das Meisterschaftsrennen bis zum letzten Spieltag offen. Denn gegen die Dominatorinnen aus Seeshaupt geht es nun tatsächlich noch um den ganz großen Wurf. Mehr Spannung hätte selbst ein Serienautor kaum schreiben können.
Bei bestem Tenniswetter präsentierten sich die Gastgeberinnen von Beginn an hellwach, fokussiert und spielten Tennis, als hätten sie den Ball persönlich beleidigt.
Jodi findet nach und nach immer besser in den Medenspiel-Rhythmus – und ihre Gegnerinnen bekommen das mittlerweile deutlich zu spüren. Mit einem souveränen 6:2, 6:1 ließ sie nichts anbrennen und kontrollierte ihre Partie von der ersten bis zur letzten Minute.
Laura hingegen erschien gefühlt noch im Energiesparmodus auf der Anlage. Bevor es überhaupt losgehen konnte, durfte sie sich erst einmal eine spontane Platzsanierung an der T-Linie anschauen. Wer dachte, das würde ihren Rhythmus stören, lag allerdings komplett daneben. Zwei Sätze später stand ein ungefährdetes 6:2, 6:2 auf dem Spielbericht.
Auf den hinteren Positionen machten Katharina und Emma den Deckel endgültig drauf. Beide spielten konzentriert, konsequent und ließen ihren Gegnerinnen in jeweils zwei Sätzen keine echte Chance.
Und weil vier Punkte offenbar nicht genug waren, legten die Tölzerinnen in den Doppeln noch einmal nach. Sowohl Jodi und Katharina als auch Laura und Emma spielten stark auf, gewannen jeweils glatt in zwei Sätzen und machten den perfekten Tennis-Nachmittag mit dem 6:0-Endstand komplett.
Jetzt wartet das Saisonfinale gegen Seeshaupt. Die Favoritenrolle liegt zwar klar bei den Gästen – doch unsere Damen II haben sich das Endspiel um die Meisterschaft mit einer überragenden Saison mehr als verdient. Also: Warum nicht noch ein letzztes Kapitel schreiben?
Herren I zwischen Hoffen und Bangen – der Klassenerhalt hängt am seidenen Faden
Es gibt diese Tage im Sport, an denen man alles gibt – und trotzdem reicht es nicht. Für unsere Herren I endete das letzte Saisonspiel nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr mit einer deutlichen 1:8-Niederlage gegen den Vizemeister aus Deisenhofen. Und doch ist die Geschichte der Saison noch nicht ganz zu Ende geschrieben.
Während die Tölzer selbst gegen einen übermächtigen Gegner chancenlos blieben, punkteten die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller überraschend. Damit ist die Ausgangslage kurios: Über den Klassenerhalt entscheidet nun nicht mehr der Schläger unserer Herren, sondern das Nachholspiel zwischen Dürnbach – aktuell noch Tabellenletzter – und Neuhaus, das zuletzt drei Niederlagen in Serie kassierte. Tennis kann manchmal grausam sein. Plötzlich wird man zum größten Fan von Mannschaften, gegen die man vor wenigen Wochen selbst noch gespielt hat.
Auf dem Platz selbst stemmten sich die Tölzer nach Kräften gegen die drohende Niederlage. Vor allem Stefan „Linse“ Linseisen zeigte auf Position eins, dass Erfahrung manchmal mehr wert ist als zwanzig Jahre jüngere Beine. Gegen seinen deutlich jüngeren Gegner spielte er clever, variantenreich und mit der Ruhe eines Routiniers, der genau weiß, wann man Tempo macht und wann man den Gegner arbeiten lässt. Der Lohn: ein starker Einzelsieg und der einzige Tölzer Punkt des Tages.
Auf den übrigen Plätzen warteten dagegen echte Schwergewichte. Luis, Daniel, Simon und Gerald bekamen die enorme Qualität der Gäste deutlich zu spüren. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf dem Platz war Deisenhofen an diesem Tag eine Nummer zu groß. Trotz großem Einsatz mussten sich alle vier in zwei Sätzen geschlagen geben.
Fast hätte Stefan „D-Train“ Dik das Blatt zumindest ein kleines Stück gewendet. Nach einem furiosen ersten Satz schien der zweite Tölzer Einzelpunkt greifbar nahe. Doch sein Gegner stellte sich immer besser auf das druckvolle Spiel ein und zwang die Partie in den Matchtiebreak. Dort fehlten am Ende nur wenige Bälle – 6:2, 3:6, 4:10. Ein Match, das sich wie eine vertane Chance anfühlte.
Weil jeder einzelne Matchpunkt im Kampf gegen den Abstieg plötzlich Gold wert war, war Aufgeben keine Option. In den Doppeln wurde noch einmal alles in die Waagschale geworfen, taktisch umgestellt und bis zum letzten Ball gekämpft.
Und tatsächlich keimte noch einmal Hoffnung auf. Sowohl Luis und Simon als auch Peppe und Gerald zwangen ihre Gegner in den Matchtiebreak. Zweimal lag der Zusatzpunkt in greifbarer Nähe, zweimal fehlten am Ende nur Nuancen. Daniel und Stefan hielten ihr Doppel zunächst offen, mussten der Qualität der Gäste im weiteren Verlauf jedoch ebenfalls Tribut zollen.
So blieb am Ende ein deutliches 1:8 auf dem Spielbericht – und ein banger Blick auf ein fremdes Ergebnis. Die Herren I haben in ihrer Premierensaison nach dem Aufstieg bis zum Schluss gekämpft. Ob dieser Einsatz am Ende mit dem Klassenerhalt belohnt wird, entscheidet sich nun ausgerechnet in einem Spiel, bei dem die Tölzer nur noch zuschauen können. Dramatischer hätte diese Saison kaum enden können.
Meister geärgert, Matchtiebreaks verflucht – Herren 70 verabschieden sich mit Applaus aus der Saison
Wenn der frischgebackene und bis dahin ungeschlagene Meister aus Bad Reichenhall anreist, dann rechnen die meisten mit einer Pflichtaufgabe für den Tabellenführer. Unsere Herren 70 hatten allerdings einen anderen Plan – und der war erstaunlich nah dran, Geschichte zu schreiben.
Nach den Einzeln staunten selbst die Gäste nicht schlecht: Statt eines gemütlichen Meisterschaftsausflugs leuchtete plötzlich ein 3:1 für Bad Tölz von der Anzeigetafel. Und ganz ehrlich – in diesem Moment lag eine kleine Sensation in der Luft.
Wie so oft machte Franz an Position eins kurzen Prozess. Mit der Ruhe eines Schweizer Uhrwerks und der Präzision eines Chirurgen ließ er seinem Gegner beim 6:3, 6:2 kaum Luft zum Atmen. Hans hingegen wollte den Zuschauern noch etwas mehr Unterhaltung bieten. Nach zwei hart umkämpften Sätzen musste der Matchtiebreak entscheiden – und den gewann er mit 10:7. Spannung? Ja. Herzschlagfinale? Ebenfalls ja. Nerven aus Stahl? Zum Glück auch.
Den dritten Einzelpunkt steuerte Helmut bei. Anfangs sah es noch nach einem schwierigen Vormittag aus, doch während beim Gegner langsam der Tank leer wurde, schien Helmut gerade erst warmzulaufen. Seine Fitness machte schließlich den Unterschied, ehe sein Kontrahent die Partie verletzungsbedingt aufgeben musste. Manchmal zahlt sich eben jahrzehntelange Erfahrung – und ein bisschen bessere Kondition – doch aus.
Mit einer 3:1-Führung im Rücken war die Ausgangslage klar: Ein einziges gewonnenes Doppel würde reichen, um dem ungeschlagenen Meister tatsächlich die erste Niederlage der Saison zuzufügen. Doch Bad Reichenhall zeigte anschließend, warum man ganz oben steht. Für die Doppel wurde kurzerhand kräftig durchgewechselt, das halbe Team schlüpfte in frische Tennisschuhe – und beide Begegnungen entwickelten sich zu echten Krimis.
Natürlich mussten beide Doppel im Matchtiebreak entschieden werden. Und natürlich gingen beide hauchdünn an die Gäste. Tennis kann manchmal grausam sein: Zwei Bälle hier, ein Netzroller dort – und aus einem möglichen Sensationssieg wurde ein dennoch hochverdientes 3:3.
Der Frust über die verpasste Überraschung hielt sich allerdings in Grenzen. Zu stark war die gesamte Saison der Herren 70, die sich in der anspruchsvollen Landesliga 1 hervorragend präsentierten und am Ende einen ausgezeichneten vierten Tabellenplatz einfuhren. Wer den ungeschlagenen Meister bis an den Rand der ersten Niederlage bringt, darf mit erhobenem Haupt in die Sommerpause gehen.
Oder anders gesagt: Der Meister blieb zwar ungeschlagen – geschwitzt hat er in Bad Tölz aber gewaltig.